Sie fürchten nicht den Job, sie fürchten den Verlust ihrer selbst
Du denkst, der Widerstand deines Teams gegen KI hat mit Jobsicherheit zu tun.Das stimmt nicht. Es geht um Identität.
Als ich 6 Jahre alt war, bat uns unsere Grundschullehrerin, aufzumalen, was wir einmal werden wollten.
Diese einfache Übung offenbart das grundlegende Führungsproblem mit KI heute.
Ich erinnere mich, wie viele von uns Kindern, Feuerwehrleute, Ärzte und Piloten zeichneten. Wir haben früh gelernt, unsere Identität mit einer beruflichen Funktion zu verschmelzen.
Diese Verschmelzung von Arbeit und Identität hat tiefe Wurzeln. Im Jahr 1522 definierte Martin Luthers deutsche Bibelübersetzung alltägliche Arbeit neu – als göttliche „Berufung." Zum ersten Mal war der Beruf nicht mehr nur das, was man tat – er war Teil dessen, wer man sein sollte.
Wie tief das sitzt, sieht man noch heute. Besuche einen deutschen Friedhof, und du findest „Dr." oder „Prof." auf den Grabsteinen eingraviert – Menschen, die selbst im Tod durch ihren Beruf definiert werden.
Wenn deine Mitarbeitenden also KI widerstehen, fürchten sie nicht nur den Verlust ihres Jobs.
Sie fürchten den Verlust ihrer selbst.
Die entscheidende Frage, die die meisten innerlich haben, aber nicht aussprechen, lautet: „Wenn eine Maschine das, was ich tue, besser macht als ich... wer bin ich dann?"
Der Übergang vom Experten zum bloßen Aufseher einer Maschine fühlt sich wie eine Degradierung an. Eine Erosion von Sinn.
Und ehrlich gesagt habe ich darauf keine einfache Antwort.
Es ist eine technisch-menschliche Evolution, die wir gerade erst zu navigieren beginnen. Der erste Schritt ist, die Tiefe dieser Herausforderung zu respektieren.